Lehrgänge

Seit dem Inkrafttreten der Ausbildungsreform in Hessen im Jahre 2004 können am Anwaltsberuf interessierte Referendarinnen und Referendare insgesamt zwölf Monate ihrer Ausbildungszeit (neun Monate Pflichtstation und ergänzend drei Monate Wahlstation) bei einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt verbringen. Ebenso besteht die Möglichkeit bis zu drei der neun Monate bei einem Notar, einem Unternehmen, einem Verband oder bei einer sonstigen Ausbildungsstelle, bei der eine sachgerechte rechtsberatende Ausbildung gewährleistet ist, abzuleisten. Die Ausbildungspläne für die anwaltliche Pflichtstation sind auf der Homepage des Justizprüfungsamtes einzusehen.

Zu Beginn der neunmonatigen Anwaltsstation veranstaltet die Rechtsanwaltskammer einführende zweiwöchige Pflicht-Lehrgänge an allen Landgerichten ihres Kammerbezirks. Der zeitliche Umfang der Lehrgänge beträgt sechs Unterrichtsstunden täglich. Die Lehrgänge werden in Arbeitsgemeinschaftsstärke, das heißt jeweils mit etwa zwanzig Referendaren, abgehalten und ausschließlich von anwaltlichen Dozentinnen und Dozenten durchgeführt. Auch im Rahmen der Arbeitsrechtslehrgänge wird ein Unterrichtstag von einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt mit arbeitsrechtlichem Schwerpunkt übernommen. 

Inhalt der Lehrgänge ist die exemplarische Darstellung der anwaltlichen Perspektive und Arbeitsweise anhand einzelner Schwerpunktthemen. Die materiellrechtlichen Grundlagen werden dabei vorausgesetzt. Der Einführungslehrgang soll für die anwaltliche Tätigkeit und das Berufsrecht sensibilisieren. Er dient in erster Linie der Vorbereitung auf den Rechtsanwaltsberuf. Daneben liegt sein Fokus aber auch auf der Vorbereitung auf die Anwaltsklausuren und die mündliche Prüfung. So wird der Bereich „Rechts- und Vertragsgestaltung“ als eines der typischen anwaltlichen Aufgabengebiete derzeit ausschließlich im Rahmen des anwaltlichen Lehrganges behandelt. Weitere Einzelheiten sind den Stundenplänen für den jeweiligen Landgerichtsbezirk  sowie unserem Informationsschreiben für Referendarinnen und Referendare zu entnehmen.